Beziehungsprobleme: trennen oder bleiben?

Soll ich mich trennen oder bleiben?

Die Frage “Trennen oder Bleiben?” bringen viele meiner Klientinnen ins 1:1 Beziehungscoaching mit. Eine Frage, die jede Frau am Ende nur für sich selbst beantworten kann und auch sollte.
Es gibt jedoch ein paar Fragen, die helfen können, damit wir diese Entscheidung nicht allzu vorschnell übers Knie brechen.

10 Fragen für mehr Klarheit in deinem Inneren.

1| Hat sich dein Partner in eine Richtung weiterentwickelt, die du weder mitgehen kannst noch willst?

Gerade in Beziehungen, die über Jahre oder sogar Jahrzehnte andauern, ist es nur logisch, dass wir nicht voraussetzen können, dass unser Partner sich immer genau in dieselbe Richtung und am besten noch im gleichen Tempo wie wir selbst entwickelt. Unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Interessen können sich gegenseitig Inspiration und Stimulation sein. Wenn sich jedoch grundsätzliche Werte nicht mehr decken oder die jeweiligen Zukunftsvisionen unvereinbar sind, dann wird es auf Dauer schwierig bis unmöglich in der Beziehung zu bleiben.

2| Hört dein Partner dir noch zu und nimmt dich im Hier und Jetzt wahr?

Zuhören ist eine große Kunst. Es ist etwas vollkommen anderes, als sich einfach nur das Gequatsche von jemandem anzuhören. Zuhören bedeutet, dass wir präsent im Hier und Jetzt bei unserem Gesprächspartner sind. Ohne an etwas anderes zu denken oder gar mit etwas anderem beschäftigt zu sein. Nur beim aktiven Zuhören machen wir uns wirklich frei von der falschen Annahme, unser Gegenüber bereits in- und auswendig zu kennen.

3| Gab oder gibt es in eurer Beziehung Lügen und Fremdgehen?

Seitensprünge sind für eine Beziehung eine harte Bewährungsprobe. Doch so schmerzhaft eine Affäre sein kann, sie ist doch immer ein hilfloser Schrei nach Aufmerksamkeit und ein „Herausspringen“ aus einer Beziehungssituation, die eigentlich der ideale Raum für persönliches Wachstum sein könnte. Wenn in einer Beziehung beide echtes Interesse daran haben zu wachsen, dann kann ein Seitensprung der heilsame Weckruf sein, um Themen in sich selbst anzuschauen, die längst fällig waren.

4| Macht dein Partner dich ständig „falsch“ und kritisiert nahezu alles an dir?

Permanente Kritik am anderen arbeitet in einer Beziehung langsam aber gründlich und sorgt dafür, dass die Liebe regelrecht ausgehöhlt wird. So werden die kleinen schrulligen Angewohnheiten, die wir zu Beginn unserer Beziehung am anderen noch ganz reizend und liebenswert fanden, zu verachtenswerten Makeln, die wir ihm besser gestern als morgen austreiben wollen. Wenn dein Partner dich ständig „falsch“ macht und trotz klarer Grenzen deinerseits nicht damit aufhört, so kann dein Selbstwert bleibenden Schaden davontragen. Das gilt umgekehrt natürlich genauso.

5| Kommst du an deinen Partner emotional überhaupt nicht mehr ran?

Je länger eine Beziehung andauert, desto mehr (Zeit-)Raum gibt es für Verletzungen. Das ist nicht ungewöhnlich und gehört zum Wachstumsprozess, wozu eine Beziehung schließlich dient. Mit den Jahren neigen viele dazu, eine Art Schutzwall um ihr Herz herum zu bauen, um künftigen Verletzungen vorzubeugen. Das Problem ist nur, dass durch diese Mauer auch keine Liebe mehr durchdringen kann. Meist steckt hinter so einer Herzensmauer jedoch keine Bosheit, sondern lediglich Selbstschutz und Hilflosigkeit im Umgang mit der (Beziehungs-)Situation und den damit einhergehenden Gefühlen.

6| Blockt dein Partner jedes Gespräch über eure Beziehung und Hilfe von außen ab?

Kommunikation ist das A und O in einer Beziehung. Wer die Zähne nicht auseinander bekommt und jedes Problem am liebsten verdrängen will, der wird langfristig keine tiefe Verbindung zu einem anderen Menschen aufbauen können. Ab einem gewissen Punkt ist Hilfe von außen unumgänglich. Besonders, wenn die Situation bereits so festgefahren ist, dass konstruktive Kommunikation ohne Eskalationen gar nicht mehr möglich ist. Wenn dein Partner all das verweigert, ist aus meiner Erfahrung Heilung in einer Beziehung nicht möglich. Denn die Zeit heilt keine Wunden Die Zeit heilt überhaupt nichts. Die Zeit lässt die Dinge höchstens ein wenig verblassen. Aufarbeitung ist hier der Schlüssel.

7| Hast du Angst vor den Folgen eurer Trennung?

Immer wieder begegnen mir im 1:1 Beziehungscoaching Frauen, die zu Anfang zwar Sorge äußern, dass sie ihren Partner nicht verlieren wollen, im Laufe des Coaching-Prozesses jedoch bemerken, dass sie weniger den Verlust des Partners fürchten, als den Verlust von Geld, Sicherheit, Status und gesellschaftlichem Ansehen. Wenn die einzigen Gründe in deiner Beziehung zu bleiben im Außen verhaftet sind, dann darfst du hier einmal radikal ehrlich zu dir selbst sein. Hier braucht es kompromisslose Eigenverantwortung und die Bereitschaft endlich anzutreten.

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8| Halten dich Schuld und Verantwortung in deiner Partnerschaft?

Jemanden zu verlassen, den wir einst geliebt haben, ist nicht nur für denjenigen schmerzhaft, der „gegangen“ wird. Wenn wir merken, dass wir uns im Herzen längst getrennt haben, aber dennoch in der Partnerschaft verharren, dann dürfen wir uns fragen, wie viel Verantwortung wir uns für unseren Partner fälschlicherweise aufladen. Eine Beziehung ist kein Gefängnis. Auch eine Ehe nicht. Wenn wir in einer Partnerschaft bleiben, obwohl wir im Inneren längst gegangen sind, betrügen wir unseren Partner auch um die Möglichkeit eine neue Liebe zu finden, die ehrlich gemeint ist.

9| Bleibst du nur noch wegen der Kinder?

#tatjanaredettacheles: „Ich bleibe wegen der Kinder“ ist eine Lüge, die wir uns gerne selbst erzählen, weil uns der Mut fehlt, für unsere Wahrheit einzustehen. Jetzt mögen manche aufschreien, aber ich möchte an dieser Stelle in aller Deutlichkeit sagen: Kinder leiden nicht an einer Trennung. Kinder leiden, wenn sie in einer ungeklärten, vergifteten Atmosphäre zwischen ihren Eltern aufwachsen. Niemandem, auch nicht den Kindern, ist geholfen, wenn sich zwei Menschen zusammenraufen und „durchhalten“, nur damit die Kinder nicht zu Schaden kommen. Trennungen gehören zum Leben. Wenn Eltern die Aufarbeitung ihrer Trennung achtsam und bewusst gestalten, können sie ein schillerndes Vorbild für ihre Kinder sein, die vielleicht eines Tages vor der gleichen Herausforderung stehen und dann damit besser umgehen können.

10| Denkst du fälschlicherweise, dass Liebe ein Gefühl ist?

Liebe ist wunderbar. Verliebt zu sein, fühlt sich großartig an! Wir erleben diese süße Leichtigkeit. Ein Hochgefühl, das wir am liebsten konservieren würden, weil es jeden Aspekt unseres Lebens in goldenes Licht taucht. Selbst der stinkende Mist, mit dem wir uns sonst herumschlagen. Doch leider ist dieses Hochgefühl, diese „Verliebtheit“ vergänglich. Erst dann wird es wirklich interessant in einer Beziehung. Denn nun haben wir die Möglichkeit die wahre Liebe zu leben. Gefühle kommen und gehen. Liebe ist kein Gefühl, sondern echtes Commitment unserem Partner gegenüber. Auch wenn wir immer wieder und manchmal auch eine ganze Weile keine „Liebesgefühle“ für den Menschen an unserer Seite hegen. Die Kunst ist es, Verliebtheit, Liebe, Gefühle und Commitment auseinander zu halten und von resigniertem Durchhalten zu unterscheiden.

Fazit

Die Frage „Soll ich bleiben oder gehen?“ sollte niemals leichtfertig getroffen werden, besonders dann nicht, wenn auch noch Kinder im Spiel sind. Wie ich nicht müde werde zu betonen, sind Beziehungen zum Wachsen und nicht nur zum Wohlfühlen gedacht. Beziehungen bieten den idealen Raum, um mit allen Themen IN UNS in Kontakt zu kommen, die angeschaut und geheilt werden wollen. Dennoch ist klar, dass eine Beziehung, in der es keinerlei Interesse an persönlicher Weiterentwicklung gibt und auch keine Bereitschaft herrscht, Verantwortung für sich selbst und die Partnerschaft zu übernehmen, wenig erhaltenswert ist. Eine Sache möchte ich hier noch ganz klar sagen. Wenn in einer Beziehung Gewalt herrscht, sei es psychisch oder physisch, dann gibt es nur eines zu tun: SOFORT GEHEN! Jeder hat das Recht auf eine liebevolle und glückliche Partnerschaft auf Augenhöhe. Und bei Gewalt gibt es keine Kompromisse!

Wenn du diesen inneren Klärungsprozess nicht alleine gehen willst, dann zögere nicht und melde dich jederzeit bei mir, damit wir einfach mal sprechen können, um zu klären, ob und wie ich dir auf deinem Weg eine wertvolle Begleitung sein kann. Selbstverständlich kannst du deinen Partner mitbringen ins Paarcoaching. Aber sollte er kein Interesse an Hilfe von außen haben oder mit diesem ganzen „Psychoscheiß“ nichts zu tun haben wollen, dann ist das absolut kein Hindernis dich selbst auf deinen Weg zu machen.

Ich freue mich auf dich!

Alles Liebe,
deine Tatjana ♡

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