Wer ist schuld an Beziehungskrise

Wer ist schuld an einer Beziehungskrise?

Wenn wir knietief in einer Beziehungskrise stecken und nur noch raus wollen, dann sind wir oft davon überzeugt, dass alles ganz anders wäre, wenn unser Partner sich doch nur endlich bewegen würde. Dabei liegt die Ursache und somit der größte Hebel für echte Veränderung wo ganz anders.

Der Moment der hässlichen Wahrheit

Kennst du das, wenn du dich in deiner Beziehung und in deinem Leben umschaust und in dir alles schreit: das ist nicht mein Leben! Das muss ein Irrtum sein!
So einen Augenblick im ganz großen Stil habe ich bereits zwei Mal in meinem Leben erlebt. Beide Male zwang mich das Leben mit Nachdruck der hässlichen Wahrheit ins Gesicht zu sehen, dass ich es mir in einer Komfortzone gemütlich gemacht hatte, die meiner wahren Essenz überhaupt nicht entsprach. Beide Male hatte ich mich hinter einem (Ehe-)Mann versteckt, um nicht antreten zu müssen. Und beide Male hatte ich die leise Stimme in meinem Inneren weggedrückt, dir mir unentwegt zuflüsterte, dass ich auf der vollkommen falschen Straße unterwegs war. Diese (Selbst-)Erkenntnis war kein einmaliger Moment, sondern brach sich in 1000 kleinen Erkenntnissen bahn, die sich allesamt anfühlten, als würde mir jemand brutal mit der Faust die Gläser aus meiner rosaroten Brille schlagen. Immer und immer wieder.

Mein Partner ist Schuld. Oder doch nicht?

Steigen wir hier gleich mal voll ein. In einer Beziehung gibt es keine Schuldigen. Beide Partner:innen sind IMMER zu 100% verantwortlich für ihre Hälfte der Beziehung. Du erhebst Einspruch? Hab ich früher auch! Unser Ego macht uns glauben, dass es aber in unserem Fall ganz anders ist. Speziell in unserem Fall liegt es aber DEFINITIV(!) an unserem Partner, der nicht mehr vom Sofa hochkommt, der uns den Kopf mit Gaslighting verwirrt oder nebenbei noch mit seiner Ex-Freundin schläft. Versteh mich bitte nicht falsch. All das sind Verhaltensweisen, die ganz sicher nicht zu einer liebevollen Beziehung auf Augenhöhe beitragen, um das mal vorsichtig zu formulieren. Aber wie ich immer sage: der eine schlägt, der andere bleibt. Die Frage, die du dir an dieser Stelle also stellen darfst, lautet:

Warum bleibst du in einer Beziehung, die dich verletzt?

Wenn du in einer Beziehung bleibst, die dir längst nicht mehr guttut oder dir sogar schadet, dann gibt es dafür einen Grund und dieser Grund kann sehr tief in deinem Unterbewusstsein vergraben sein. Da wir Menschen uns nur zu 5% bewusst sind und unser Unterbewusstsein, mit seinem 95%igen Löwenanteil in Wahrheit in unserem Leben am Steuer sitzt, denken, fühlen und tun wir den lieben langen Tag zahllose Dinge, die wir gar nicht wirklich mitbekommen. Unser Unterbewusstsein lenkt uns nahezu komplett, weshalb es auch so immens wichtig ist, sich selbst zu reflektieren und zu beobachten. Nur wenn wir uns bewusster werden und mitbekommen, was es da so denkt und fühlt ins uns, können wir all das hinterfragen, uns neu ausrichten und dementsprechend neue Handlungen folgen lassen.

Deine äußere Welt ist ein Spiegel deiner inneren Welt. Das gilt auch für Beziehungskrisen.

Deine Beziehung ist das Spiegelbild deiner Entscheidungen

Mach dir bitte einmal folgendes bewusst: jede Freude, jedes Problem und jede Herausforderung, die du in deinem Leben und in deiner Beziehung erlebst, sind Ergebnisse deiner früheren Entscheidungen. Dass du heute neben Andreas sitzt, der nur Augen für die Glotze hat, ist die Folge deiner Entscheidung, brav neben ihm zu sitzen und von einem anderen Leben zu träumen, anstatt vom Sofa aufzustehen. Dass Frank dich respektlos behandelt und ständig zu spät kommt ist Folge deiner Entscheidung, keine klaren Grenzen zu setzen.
Es ist leicht, in der Hitze des Augenblicks anderen die Schuld zu geben. Vielleicht fühlst du dich verletzt, missverstanden oder nicht geschätzt. Doch genau hier liegt eine kraftvolle Wahrheit verborgen:

Die Macht, dein Leben zu verändern, liegt in deinen Händen.

Von den ersten Momenten an, in denen wir jemanden kennenlernen, treffen wir Entscheidungen. Entscheidungen darüber, wie wir kommunizieren, wie wir Konflikte angehen (oder nicht angehen) und wie wir unsere Gefühle ausdrücken. Jede dieser Entscheidungen beeinflusst die Dynamik einer Beziehung.

Erinnerst du dich an eure ersten Dates? Wie ihr stundenlang geredet und gelacht habt? Damals hast du bewusst oder unbewusst Entscheidungen getroffen, die euch einander nähergebracht haben. Genauso hast du im Laufe der Zeit Entscheidungen getroffen, die die Richtung eurer Beziehung beeinflusst haben. Positiv wie negativ.
Wenn du also unzufrieden, frustriert oder schon beinahe resigniert auf deine Beziehung schaust, dann ist es jetzt an der Zeit für dich und dein eigenes Leben radikal anzutreten!

In Eigenverantwortung steckt das Wort „Antwort“. Welche Antwort wirst du deiner Beziehungskrise geben?

Wenn du dir bewusst machst, dass du durch deine Entscheidungen Einfluss auf dein Leben und deine Beziehung und auch deine Beziehungskrise hast, wirst du eine immense Kraft spüren. Diese Erkenntnis kann allerdings beängstigend sein, weil sie Verantwortung bedeutet. Doch sie ist auch unglaublich befreiend, denn sie gibt dir die Kontrolle und das Gefühl der Selbstwirksamkeit zurück.

Eigenverantwortung bedeutet nicht, dass du die alleinige Schuld trägst. Es bedeutet, dass du bereit bist, deinen Teil der Verantwortung anzuerkennen und aktiv daran zu arbeiten, das Beste aus deiner Situation zu machen. Du hast die Macht, durch neue Entscheidungen eine positive Veränderung herbeizuführen, auch wenn dein Partner überhaupt kein Interesse zeigt, sich in irgendeiner Art mit euch und eurer Beziehung zu beschäftigen. Das meine ich, wenn ich in meinem 1:1 Intensiv-Training für Frauen immer davon spreche, dass eine Beziehung einem Tanz gleicht. Wenn du beginnst, deine Schritte zu verändern, wird dein Partner automatisch eingeladen, dir Folge zu leisten. Ob er das dann am Ende tut, liegt außerhalb deines Einflussbereiches. Aber wenn du bereit bist, radikal die Verantwortung für dich, dein Leben und deine Beziehung zu übernehmen, dann wirst du immer authentischer. Und am Ende geht es doch genau darum im Leben. Dass du immer mehr zu der Frau wirst, die du in Wahrheit schon immer warst und bist.

Was kannst du also konkret tun, um deine Beziehung zu verbessern, auch wenn dein Partner nicht mitmacht?

Wenn du dich in einer Beziehungskrise befindest, nimm dir Zeit, um innezuhalten und deine bisherigen Entscheidungen zu reflektieren.
Frage dich:

♡ Welche Muster erkenne ich in meinem Verhalten?

♡ Welche Entscheidungen, Handlungen und Nicht-Handlungen haben zu den aktuellen Herausforderungen geführt oder beigetragen?

♡ Wie kann ich in Zukunft bewusster und liebevoller handeln? Meinem Partner und mir selbst gegenüber?

Tief in dir findest du deinen Kompass. Dein Herz kennt deinen Weg.

Woher weiß ich, welche Entscheidungen die richtigen sind?

Vertraue auf deinen inneren Kompass. Du weißt tief in dir, was richtig und wichtig für dich ist. Manchmal sind die Antworten nicht sofort klar, aber gib dir die Zeit und den Raum, um sie zu finden. Sei geduldig und liebevoll mit dir selbst. Am besten kannst du die zarte Stimme in deinem Herzen wahrnehmen, wenn du in die Stille gehst, dich von all den äußeren Einflüssen abkoppelst und lauschst. Kleiner Hinweis: es ist NICHT die laut krakeelende Stimme, die dir ins Ohr brüllt, dass du jetzt echt Besseres zu tun hast, als hier in der Stille zu sitzen. Das ist dein Ego!

Es kann auch hilfreich sein, Unterstützung zu suchen. Sprich mit Freundinnen, denen du vertraust, oder ziehe in Erwägung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Manchmal ist ein Blick von außen genau das, was du brauchst, um klarer zu sehen.

Es ist Zeit, anzutreten!

Es ist nie zu spät, neue Wege zu gehen und neue Entscheidungen zu treffen. Dich mit der Schuldfrage zu beschäftigen ist reine Zeitverschwendung und hilft am Ende weder dir, noch deiner Beziehung. Konzentriere dich stattdessen auf deinen Wirkungsbereich, deine Hälfte der Beziehung und übernimm für diese Hälfte zu 100% die Verantwortung.
Verantwortung, indem du mutig und ehrlich deine Bedürfnisse kommunizierst und klare Grenzen setzt.
Verantwortung, indem du dich dir selbst gegenüber verpflichtest und dich mit aller Kraft für dein Lebensglück einsetzt, denn das ist und war nie die Aufgabe deines Partner.
Wenn es dir gelingt, die Schuldfrage in den Hintergrund zu stellen und entschlossen deinen eigenverantwortlichen Weg zu gehen, schaffst du ein echtes Fundament für eine liebevolle und erfüllte Beziehung auf Augenhöhe, in der es keine Schuldigen gibt, sondern nur zwei Lernende.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen.
Danke, dass du den Mut hast, auf dich zu schauen.

Alles Liebe,
Tatjana ♡

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